Lida – die zweifelhafte Wunderpille

Der Wunsch nach Schlankheit ist allgegenwärtig. In den Medien werden dünne Frauen gezeigt, die mitten im Leben stehen, im Beruf erfolgreich sind, in einer harmonischen Beziehung leben und einfach glücklich sind. Dicke hingegen werden häufig als faul, erfolglos und unglücklich propagiert. Da ist es nicht verwunderlich, dass nahezu jede deutsche Frau schon mindestens einmal in ihrem Leben eine Diät ausprobiert hat.

Wem es fern liegt, mit gesunder Ernährung und ausreichend sportlicher Betätigung gesund abzunehmen, greift auch gerne schon einmal zu einer sogenannten Wunderpille, einer Diätpille. Diese versprechen größtmögliche Abnehmerfolge in kürzester Zeit. Bei allen hochtrabenden Versprechungen vergessen die Hersteller und Vertreiber der angeblichen Wundermittel jedoch, die Risiken und Gefahren derartiger Medikamente darzulegen. Lida ist eines dieser Diätmittel.

 

1. Was ist Lida?

Der Hersteller beschreibt Lida als Nahrungsergänzungsmittel auf Basis der Kokos-Pflanze. Ergänzt wird dieses mit grünen Pflanzen, die in der chinesischen Provinz Hjujan wachsen. Dadurch sollen Fettablagerungen in Energie umgewandelt und damit die Fettverbrennung angekurbelt werden. Das Hungergefühl soll stark verringert werden.

Hinter der wagen und gesund klingenden Beschreibungen der Inhaltsstoffe durch den Hersteller versteckt sich tatsächlich jedoch viel mehr. Eine Kapsel Lida enthält 29 Milligramm Sibutramin, Testoseron, Lactose, Tibolon, Ginseng und Artemisinin.

Der Wirkstoff Sibutramin wurde in den 1980-er Jahren in Deutschland als Antidepressivum hergestellt und vertrieben. Auch heute ist es noch verschreibungspflichtig. Zusätzlich liegt die Höchstzulassung des Wirkstoffes in einer Einheit bei 15 Milligramm. Die Menge des verwendeten Sibutramin in Lida übertrifft damit die Höchstzulassung um fast 100 Prozent.

Der Wirkstoff Sibutramin ist gleichzeitig dafür verantwortlich, dass die angebliche Wunderpille den Stoffwechsel im Fettgewebe anregt, das Hungergefühl verringert und den Energieverbrauch ansteigen lässt.

Bei allen Versprechungen und positiven Auswirkungen darf nicht vergessen werden, dass das Medikament in Deutschland nicht im freien Handel erhältlich ist und vom Arzt auch nur unter bestimmten Bedingungen verschrieben werden darf. Kein seriöser Arzt wird Lida einem gesunden Menschen mit dem Wunsch abzunehmen verschreiben, da es lediglich für die Behandlung von Epilepsie, Herzrhythmusstörungen, Angina Pectoris sowie Schilddrüsenüberfunktion und weiteren schwerwiegenden Krankheiten vorgesehen ist.

Vom Gesundheitsamt und der Verbraucherzentrale wird Lida als Diätmittel als gesundheitsgefährdend eingestuft.

 

2. Welche Sorten Lida gibt es?

Auf dem Markt kursieren zahlreiche weitere Produkte des Lida-Herstellers.

Sie tragen klangvolle, asiatisch anmutende Namen, wie „Darling Tian Ran Jian Fei“, „Lida Dai Dai Hua Jiao Nang“, „Meizitang“ oder „Moaozi“. Bei diesen Präparaten unterscheidet sich von Lida lediglich der Name sowie vereinzelt die Darreichungsform. Ob Tee, Tablette oder Kapsel, die Inhaltsstoffe sind in jedem Produkt gleich und bergen damit die gleichen Wirkungen und Risiken, wie das Produktvorbild Lida.

 

3. Nebenwirkungen von Lida

Die Nebenwirkungen, die durch den Hauptbestandteil Sibutramin ausgelöst werden können, sind vielfältig. Kopfschmerzen und Mundtrockenheit gehören dabei zu den alltäglichen Nebenwirkungen, die bei den meisten Anwendern auftreten. Auch Übelkeit und Erbrechen können durch den Wirkstoff ausgelöst werden. Vermehrt wird auch von Bluthochdruck sowie Herzrhythmusstörungen nach der Einnahme von Lida berichtet.

Achtung – Nebenwirkungen
Lida kann sehr gefährlich sein – von Kopfschmerzen und Mundtrockenheit bis starken Nebenwirkungen wie Herzinfarkt!

Zudem birgt Lida ein erhöhtes Suchtpotential. Von der Herstellerfirma werden parallel zu den Lida-Kapseln auch Abgewöhnungspräparate angeboten, die versprechen, den Körper zu reinigen.

US-Amerikanische Studien haben zudem ein deutlich erhöhtes Herzinfarkt-Risiko bei Herz-Kreislauf-Patienten entdeckt. Zusätzlich wurden in den USA bereits 34 Todesfälle gelistet, die durch den Wirkstoff Sibutramin verursacht wurden.

 

4. Wo kann man dieses Produkt kaufen

Lida ist auf diversen Seiten im Internet erhältlich. Dort bestellt der potentielle Kunde es aus dem asiatischen Raum und erhält es einige Woche später per Post. Dazu gehört jedoch ein wenig Glück, da der Zoll intensiv nach den in Deutschland verbotenen Medikamenten sucht und bereits im Jahr 2006 über eine Millionen Kapseln beschlagnahmte. Die Tendenz steigt.

Der Wirkstoff Sibutramin ist weiterhin in einigen Medikamenten in Apotheken erhältlich. Ein Rezept für diese Präparate erhalten jedoch nur Menschen, die ernsthaft erkrankt sind.

In Deutschland gibt es keinen legalen Weg, Lida zur Gewichtsreduktion zu erhalten.

 

5. Fazit

Die beworbenen Versprechen, die Verringerung des Hungergefühls, der erhöhte Energieverbrauch sowie die Anregung des Stoffwechsels und Fettverbrennung kann das Präparat ohne Zweifel einhalten. Dennoch dürfen die Nebenwirkungen und ihre Gefahren nicht außer Acht gelassen werden. Von Kopfschmerzen bis hin zu Bluthochdruck sind zahlreiche Nebenwirkungen bekannt.

Unser Fazit: NICHT empfehlenswert

Weitere Patienten berichten von Herzrasen und Zittern nach der Einnahme von Lida, was auf Herzrhythmusstörungen zurückzuführen ist. Die Nebenwirkungen fallen durchaus stark aus, sodass in Abwägungen des Nutzens mit den Gefahren von der Einname von Lida dringend abgeraten werden muss.

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