Stehen statt schwitzen: abnehmen leicht gemacht

Wer abnehmen möchte, beginnt in der Regel damit, seine Ernährungsgewohnheiten genauer unter die Lupe zu nehmen und eine Diät einzuhalten. Doch Studien belegen: Die Ernährungsumstellung allein führt nur selten zum gewünschten Gewichtsverlust. Und gerade extreme Hungerkuren ziehen den sogenannten Jojo-Effekt nach sich.

Daher sollte jede Ernährungsumstellung auch mit einer vermehrten körperlichen Betätigung einhergehen. Doch stark Übergewichtigen fällt dies oft besonders schwer. Zum einen, weil sie Sport, Joggen, Schwimmen oder Radfahren lange gemieden haben. Zum anderen schämen sich manche, sich im Schwimmbad oder im Turnverein in ihrer ganzen Fülle zu präsentieren. Damit setzte bisher ein Kreislauf ein, der zu vermehrter Frustration und infolgedessen zu vermehrter Kalorienaufnahme beim heimlichen „Frustessen“ führte.

Abhilfe verspricht nun die Entdeckung, dass schon einfaches Stehen – als Ersatz für das Sitzen – bei häufiger Durchführung zum Abnehmen führt. Die Steh-Diät scheint damit eine echte Alternative für alle, die sich ein intensiveres Trainingsprogramm noch nicht zutrauen oder keine Zeit dafür finden.

 

Sitzen macht dick!

Sitzen macht dick, das ist die wichtigste Erkenntnis, die dem Verständnis der Funktionsweise einer Steh-Diät vorangeht. Der Grund dafür ist leicht erklärt: Solange wir stehen oder in Bewegung sind, setzt unser Körper das Enzym Lipoproteinlipase frei, zu dessen Aufgaben es gehört, im Blut befindliche Fettsäurespeicher aufzuspalten. Diese stehen dann für weitere Stoffwechselprozesse zur Verfügung. Der Aufspaltungsprozess findet allerdings nur solange statt, bis wir uns setzen.

Achtung!
Im Sitzen kommt es zu einer deutlichen Minderung der Fettverbrennung

Das bedeutet: Im Sitzen kommt es zu einer deutlichen Minderung der Fettverbrennung und damit zu einer vermehrten Fetteinlagerung. Wer also den ganzen Tag und Abend sitzend verbringt, der muss damit rechnen, dass das Enzym Lipoproteinlipase bei ihm lediglich 5 bis 10 % der Arbeit leistet, die es bei einer Tätigkeit im Stehen vollbringen würde.

 

Nicht der Sport fördert das Abnehmen, sondern die Vermeidung des Sitzens

Nun weiß natürlich jeder, der sich mit den Themen Diät oder Gesundheit beschäftigt, dass Bewegung zu einer besseren Fettverbrennung führt als Sitzen. Woraus sich leicht der Fehlschluss ableiten ließe, dass tägliche sportliche Betätigung denselben Effekt haben kann wie das häufige, über den Tag verteilte Stehen. Doch weit gefehlt. Denn tatsächlich ändert auch ein bis zu 90-minütiges Training am Abend nichts an der Tatsache, dass sich der Stoffwechsel während des langen Sitzens tagsüber an die Trägheit anpasst.

Nicht die abendliche Bewegung entscheidet daher über den Abnehm-Erfolg, sondern die Aktivierung des Stoffwechsels in der Weise, dass er den gesamten Tag über seinen Aufgaben nachkommt. Das heißt: Sitzen macht dick, Sport aber macht nicht unbedingt schlank. Deutlich wird dies auch daran, dass das Blutplasma von Menschen, die viel sitzen, im Allgemeinen zur Klumpenbildung neigt und einen höheren Anteil an Fettmolekülen aufweist.

 

Die Steh-Diät: praktikable Ideen für Ihren Alltag

Im Ergebnis lässt sich festhalten: Nicht mehr Sport treiben, sondern weniger sitzen bringt den erhofften Erfolg im Hinblick auf das Wunschgewicht. Um sich diesem anzunähern, sollten Sie so oft wie möglich auf das Sitzen verzichten und stattdessen stehen bleiben. Am besten überprüfen Sie einmal Ihren Tagesablauf: Wo lassen sich Steh-Gelegenheiten einbauen?

Wer beispielsweise mit Bus und Bahn zur Arbeit fährt, bietet seinen Sitzplatz in Zukunft lieber alten Menschen oder Schwangeren an. Das bringt ihm nicht nur ein Lächeln ein, er punktet auch in der Steh-Diät. Weiter geht es dann im Tagesverlauf: Die kleinen und größeren Pausen werden natürlich fürs Gehen und Stehen genutzt. Der Kaffee zwischendurch wird im Steh-Café eingenommen. Wobei auch Barhocker für die Steh-Diät geeignet sind, vorausgesetzt, die Füße erreichen den Boden und werden mit einem Abstand von ca. 30 cm (hüftbreit) auseinander gestellt.

Auch Telefonate, kurze Notizen, das Sichten der Akten oder von Unterlagen und viele weitere Tätigkeiten lassen sich im Stehen erledigen. Mit der Zeit werden Sie darin Übung erlangen und überrascht sein, wie wenig Sie Ihren Stuhl vermissen. Und nicht nur Ihr Gewicht, auch Ihre Wirbelsäule wird es Ihnen danken, die während des Sitzens oft in eine völlig ungesunde, verkrümmte Haltung gebracht wird. Werden Sie von Kollegen auf Ihr häufiges Stehen angesprochen, wollen aber nichts von Ihren Abnehmplänen erzählen, so nennen Sie als Grund dafür einfach die Absicht, Ihre Wirbelsäule entlasten zu wollen.

Und in der Freizeit? Bieten sich noch mehr Gelegenheiten zum Stehen. Selbstverständlich dürfen Sie auch so viel Sport treiben, wie Sie wollen. Nur das Sitzen sollten Sie weiterhin meiden. Bei kulturellen Veranstaltungen wählen Sie daher in Zukunft den Stehplatz – das bringt Sie in der Gewichtsabnahme voran und schont zudem noch den Geldbeutel. Achten Sie allerdings beim Stehen auf eine lockere und aufrechte Haltung, damit Sie Ihre Wirbelsäule nun nicht auf diese Weise zu sehr belasten.

Und bedenken Sie: keine Regel ohne Ausnahme! Während Sie einen Apfel durchaus im Stehen genussvoll verzehren können, sollten Sie sich bei den Hauptmahlzeiten setzen. Nicht etwa, weil das Essen im Stehen sich negativ auf den Stoffwechsel oder die Verdauung auswirken könnte, wie es irrtümlich immer wieder behauptet wird, sondern weil das Essen im Sitzen in der Regel bewusster aufgenommen wird als im Stehen und somit auch Sättigungsprozesse schneller einsetzen.

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